

>> Zur alten Nagelschmiede
Zweistündige, anspruchsvolle Rundwanderung durch die Barbarano-Schlucht nach Morgnaga.
Ausgangspunkt der Wanderung ist das Rimbalzello genannte Ufergelände im Westen von Gardone. Seinen Namen hat es von D’Annunzio, der hier gerne Steine auf dem Wasser tanzen ließ (giocare a rimbalzello = Steinen auf dem Wasser hüpfen lassen). Wir befinden uns hier in der Tat an einem “dannunzianischen” Ort: In der ehemaligen Villa Norsa, heute ein Nachtklub, lernte der sechzigjährige Dichter im Jahre 1923 die 38 Jahre jüngere Angèle Lager, von ihm Jouvence genannt, kennen. Ihre bewegte Affaire sollte fünf Jahre dauern. Der Park mit seinen mächtigen Buchen und Libanonzedern liegt auf dem vom Barbaranobach geschaffenen Schwemmland. Wir durchqueren ihn und gelangen – jenseits der Barbarano-Brücke – zur Via della Seriola (seriola=Mühlgraben). An deren Beginn entdecken wir – an einem etwas zurückgesetzten Gebäude – ein Wandbild, das eine Wassermühle darstellt. Es soll daran erinnern, dass sich hier einst der “Mulino della Via” befand, eine der sieben Mühlen, die jahrhundertelang am Ausgang der Barbarano-Schlucht in Betrieb waren. Wir umgehen das letzte, weisse Haus mit Resten einer Fischzuchtanlage und gelangen in die eigentliche Schlucht. Von dem mit Venushaar bewachsenen, mal grünlichen, mal rötlichen Gestein, tropft das Wasser. Wir gehen an dem noch erkennbaren Mühlgraben entlang, überqueren zweimal den Bach und gelangen zu den mit Efeu überwucherten Ruinen einer alten Nagelschmiede. Sie ist ein Überbleibsel jener Zeit, als die eisenverarbeitende Kleinindustrie ein wichtiger Erwerbszweig dieser Gegend war. Diese und andere Schmieden erzeugten, so berichtet der Riviera-Historiker Grattarolo, schon im Jahre 1587 “einen solchen Krach, insbesondere bei Nacht, dass man sich nach Mongibello (ein Ätna-Krater) versetzt glaubt”. Auf der westlichen Bachseite weitergehend, gelangen wir gleich darauf an einen künstlichen Wasserfall. Auf der orographischen rechten Seite des Bachbettes finden wir interessante Deformationen in den flachen Gesteinsschichten der Scaglia variegate. Wir gehen zum Steg zurück und steigen am anderen Ufer über Serpentinen aus der Schlucht heraus. Der mit Zypressen bestandene Hügel rechter Hand (207 m) lädt zur Rast ein. Wir überschauen das Seeufer von den Landzungen von Maderno und Fasano im Nord-Osten über die Isola di Garda bis zur Bucht von Salò im Westen. Zur Nordseite unseres Panoramahügels zurückgekehrt, gehen wir auf dem Pfand an seiner Ostseite nach Morgnaga hinunter. Am Ortseingang 10/12 – fällt eine regelrechte Kapern-Kaskade von der Mauer herab. Sie sind eine der botanischen Besonderheiten der Riviera von Salò. Die interessante “Verkündigung” an dem Haus linker Hand – Via Banale/via del Gurlo – stammt aus dem ersten Viertel des 17. Jahrhunderts. Wir kommen an der kleinen Antonius-Kirche mit dem malerischen Bogengang vorbei – im Bogenfries unter dem Dachtrauf des quergestellten Pfarrhauses verblichene Fresken von Heiligen und Päpsten – und gelangen zur Via Trieste. Links über uns sehen wir das “Castello di Morgnaga”, eine eklektizistische, aber in ihrer Art interessante Villa aus den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Noch bevor wir ihren Eingang erreichen, steigen wir auf einer Treppe zu einer mit Ölbäumen bestandenen Wiese hinab und folgen einem dem See entgegeneilenden Bächlein. Unser Pfad mündet gleich darauf in die Via Valle Fiorita, die uns zum Ausgangspunkt zurückbringt.
>> Das Gardone der Belle Epoque
Einstündiger Spaziergang von Gardone Sotto nach Fasano Sopra.
Der Spaziergang soll uns das prä-dannunzianische Gardone vor Augen und damit in eine Zeit – vor dem Ersten Weltkrieg – führen, als Gardone international bekannter Winterkurort und Treffpunkt des Jet-set der Belle Epoque war. Das erste Zeugnis aus jener Zeit ist das Savoy Palace Hotel, eines der drei heute noch betriebenen “historischen” Grand Hotels. Im Jahre 1906 im Wiener Jugendstil erbaut, erlebte es seine höchste Blüte allerdings erst in der Zwischenkriegszeit, als Gäste wie Prinz Carol von Rumänien (1926) oder der italienische Thronfolger Umberto von Savoyen (1932) dort abstiegen. Das Grand Hotel Gardone hatte seine Pforten schon im Jahre 1883 geöffnet. Es war jahrzehntelang das unbestritten erste Hotel von Weltruf am Gardasee. Der Platz vor seinem Erbauer, dem Österreicher Ludwig Wimmer, bennant. Er gilt als “Entdecker” des touristischen Gardone. Die meisten Relikte aus Gardones “mitteleuropäischer” Vergangenheit finden sich beiderseits des Corso Zanardelli. Der erhöhte Gehsteig zu seiner Linken war bis zur Schaffung des Lungolago im Jahre 1909 die “Kurpromenade”. Das erste, an dem wir vorbeikommen ist · links die Villa Alba (Corso Zanardelli 73), das mit seiner Prachttreppe und seinen ionischen Säulen bis heute eindrucksvollste Bauwerk in Gardone. Es stammt aus den Jahren 1904-1910. Sein Bauherr war der deutsche Unternehmer Richard Langensiepen aus Magdeburg. · Auch der Ruhlandturm am Seeufer – heute Torre San Marco – verdankt Herrn Langensiepen seine Entstehung. Er wurde um das Jahr 1900 als Aussichtsturm am Eingang eines kleinen Hafenbeckens er- und 25 Jahre später von D’Annunzio im venezianisch-militärischen Stil umgebaut. · Rechter Hand (Hausnummer 132) sehen wir die elegante Villa Fiordaliso. Sie präsentiert sich seit dem Jahre 1930 im Stil der Neu-Rennaissance und beherbergt heute ein renommiertes Restaurant. Während der Republik von Salò (1943-1945) wartete dort Clara Petacci auf ihren Geliebten Benito Mussolini. · In der daneben liegenden Villa Itolanda (Hausnummer 158) verbrachte der Schriftsteller und erste deutsche Literatur-Nobelpreisträger Paul Heyse (1830-1914) die Wintermonate von 1899 bis 1909. Hier entstanden seine “Novellen vom Gardasee”, sein “Wintertagebuch” und seine “Frühlingsgedichte”. · Das Casinò (Nummer 166) aus dem Jahre 1909 entstand als “Kurhaus” und war damit Mittelpunkt des Kurlebens. Die Terrasse, auf der heute ein Restaurant betrieben wird, war die “Wandelhalle”, die es mit dem westlich anschliessenden Kurgarten verband. Bis zum Jahre 1911 und für jeweils kurze Zeit nach den beiden Weltkriegen war das Casinò – daher sein Namen – auch Spielbank. · Die neugothische Evangelische Kirche stammt aus dem Jahre 1897. Sie ist mit denen von Arco, Nervi, Bordighera und Capri eines der wenigen protestantischen Gotteshäuser in Italien. An dem aus den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts stammenden Grand Hotel Fasano vorbei erreichen wir die Schiffsanlegestelle von Fasano. Wenn wir Glück haben, kommt gerade ein Dampfer vorbei, der uns – nunmehr auf der Schauseite der bisher nur von hinten erlebten Villen – zurück nach Gardone bringt.
>> Nach San Michele
Zweistündige, antrengende Wanderung von Gardone Sotto nach San Michele. Höhenunterschied: 400 Meter. Man erkundige sich nach den Abfahrtszeiten des Buses für die Rück fahrt. Auskunftsbüro: 0365-20347.
>> Zur Pagode
Zweistündige, anspruchvolle Wanderung von Gardone Sotto nach Morgnaga, Montecucco und Gardone Sopra. Höhendifferenz: 350 Meter
Das Motiv auf der Vorderseite des Kapellchens – das Jesuskind, das sich über ein Vögelchen freut – ist einem Marmorrelief aus dem 14. Jahrhundert entnommen, das sich in der Nikolauskirche in Gardone befindet. Wir lassen das Kapellchen rechts liegen, durchqueren auf der Via Montecucco das gleichnamige, ländlich-malerische Dörfchen und gehen die Via Dosso hinunter. An deren Ende, kurz vor der Piazza dei Caduti, dem Ortskern von Gardone, kommen wir an dem dicken Stamm eines Maulbeerbaums vorbei. Er erinnert an die hier bis vor hundert Jahren betriebenen Seidenraupenzucht. Kurz drauf, bei der Trattoria “Agli Angeli” an der Piazza Garibaldi, stoßen wir auf einen in seiner Art mächtigen Mandelbaum, dessen Blühen von den Gardonesen jedes Jahr mit Ungeduld erwartet wird, weil er das Nahen des Frühlings anzeigt. Den botanischen Höhepunkt erreichen wir vor dem Rathaus: hier steht , nach dem Urteil von Leuten, die es wissen müssen, eine der größten Steineichen in ganz Norditalien. Sie ist so mächtig, dass die Aleppokiefer und die Zeder zu ihrer Seite, auch sie durchaus ansehnliche Gewächse, schon kaum mehr auffallen. Und wenn wir uns, am Ende unserer Wanderung, am Lungolago vor dem Savoy auf unseren Eiskaffee freuen, so tun wir dies angesichts eines weiteren Naturwunders, eines riesigen Kampferbaumes nämlich, den die Kenner Cinnamomum camphora nennen.
>> Borgo und Hügeln
Zweistündiger Spaziergang von Morgnaga über Gardone Sopra nach Fasano.
Villa Hotel Sofia 4 Sterne Hotel - Via Cornella, 9- 25083 Gardone Riviera tel.0039-036522729 fax 0039-0365-22369 villasofia@savoypalace.it
Gardasee - Italien – Hotel Savoy Palace GmbH - Mwst. 02150280986





